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Listerienprävention in der Käseherstellung: Neue Anforderungen und wirksame Lösungen

Die Listerienprävention stellt Käsereien vor hohe Anforderungen. Seit dem 1. Juli 2026 gelten in der Schweiz und der EU verschärfte Vorschriften für bestimmte verzehrfertige Lebensmittel. Um die Produktsicherheit langfristig zu gewährleisten, gewinnen gezielte Präventionsmassnahmen wie der Einsatz von Phagen und Schutzkulturen zunehmend an Bedeutung. Doch was hat sich gesetzlich verändert und welche Möglichkeiten stehen Käsereien zur Verfügung?

Neue Listerien-Regelung seit Juli 2026

Mit der Anpassung der Lebensmittelgesetzgebung wurden die Anforderungen an den Nachweis von Listeria monocytogenes verschärft. Betroffen sind insbesondere verzehrfertige Lebensmittel, die das Wachstum von Listerien begünstigen können.

Die wichtigste Änderung: Kann ein Hersteller nicht nachweisen, dass der Grenzwert von 100 koloniebildenden Einheiten pro Gramm (KBE/g) während der gesamten Haltbarkeitsdauer eingehalten wird, dürfen Listerien während dieser Zeit in 25 Gramm des Produkts nicht nachweisbar sein.

Für Käsereien bedeutet dies, dass die Produktsicherheit über die gesamte Haltbarkeitsdauer nachvollziehbar belegt werden muss. Besonders bei Weichkäse, Frischkäse und oberflächengereiften Käsesorten ist eine individuelle Bewertung erforderlich. Dabei spielen Faktoren wie pH-Wert, Wasseraktivität, Rezeptur und Lagerbedingungen eine entscheidende Rolle.


Phagen: Gezielte Bekämpfung von Listerien

Eine Möglichkeit zur gezielten Listerienprävention bietet der Einsatz von Bakteriophagen. Dabei handelt es sich um Viren, die bestimmte Bakterien erkennen und bekämpfen können.

Mit PhageGuard PGL steht eine Lösung zur Verfügung, die sowohl vorbeugend als auch bei einer bestehenden Listerienproblematik eingesetzt werden kann. Je nach Käsesorte und Produktionsverfahren erfolgt die Anwendung beispielsweise über das Schmierewasser, durch Besprühen oder durch Eintauchen.

Der gezielte Einsatz von Phagen kann dazu beitragen, die Listerienbelastung zu reduzieren. Entscheidend für eine erfolgreiche Anwendung sind die richtige Dosierung, die Einhaltung der Anwendungsvorgaben sowie eine konsequente Betriebshygiene.

Schutzkulturen: Natürliche Unterstützung für die Produktsicherheit

Neben Phagen spielen auch Schutzkulturen eine wichtige Rolle bei der mikrobiologischen Sicherheit von Käse. Sie fördern die Entwicklung einer erwünschten Mikroflora und können dadurch das Wachstum unerwünschter Mikroorganismen hemmen.

Dabei wird zwischen unspezifischen und spezifischen Schutzkulturen unterschieden. Während beispielsweise Schmierekulturen die Käseoberfläche besiedeln und unerwünschte Fremdflora verdrängen können, wirken spezifische Schutzkulturen durch die Bildung von Milchsäure, Bakteriocinen und weiteren Stoffwechselprodukten.

Ein Beispiel ist die Schutzkultur Lyofast LPAL auf Basis von Lactobacillus plantarum, die zur Listerienprävention eingesetzt werden kann. Je nach Herstellungsverfahren erfolgt die Zugabe direkt zur Milch oder über eine Oberflächenbehandlung.

Ganzheitliche Prävention für sichere Käseprodukte

Eine wirksame Listerienprävention basiert auf dem Zusammenspiel verschiedener Massnahmen. Neben Phagen und Schutzkulturen sind eine konsequente Personal- und Betriebshygiene, regelmässige mikrobiologische Kontrollen sowie die Überwachung der Produktions- und Reifungsumgebung entscheidend.

Pacovis unterstützt Käsereien mit Fachwissen und praxisorientierten Lösungen, um

Listerienrisiken gezielt zu reduzieren und die Produktsicherheit nachhaltig zu stärken.

Sie möchten mehr über den Einsatz von Phagen und Schutzkulturen erfahren? Unsere Fachberater für Milch und Käse beraten Sie gerne zu den passenden Lösungen für Ihren Betrieb.


Weitere Unterlagen zum Thema

Aus unserem vergangenen Webinar «Listerienprävention in der Käseherstellung: Phagen, Schutzkulturen und neue gesetzliche Anforderungen» stellen wir Ihnen gerne die Präsentation sowie die Fragen aus dem Publikum inklusive der Antworten unserer Fachberater zur Verfügung.

Auf Anfrage erhalten Sie zudem Zugang zur Aufzeichnung. Kontaktieren Sie uns gerne.


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